Abschlussprüfung Mediengestalter, XML – Mögliche Fragen und die Antworten dazu

Anbei versuche ich einige Fragen zum Thema XML zu listen, die im Zusammenhang mit der Abschlussprüfung für Mediengestalter möglicherweise auftauchen könnten. Natürlich gibt es dazu auch die passenden Antworten mit wichtigen Hinweisen.

Im Grunde genommen beschränkten sich die Fragen zum Thema XML in den letzten Jahren auf folgende Typen von Fragen. Haben Sie diese auf dem Schirm und können sie alle richtig beantworten, sollte Ihnen in der Prüfung keine großen Überraschungen passieren.

Was bedeutet „Wohlgeformtheit“ bzw. „Validität“?

a.) Wohlgeformtheit bedeutet, dass die syntaktischen Regeln von XML eingehalten werden.

b.) Validität bedeutet, dass das vorliegende XML-Dokument:

1. wohlgeformt ist
.2 die Regeln der angewendeten DTD/Document Type Definition erfüllt.

Umkehrschluss: Ein XML-Dokument kann nur valide sein, wenn es erstens wohlgeformt ist und überhaupt eine DTD vorliegt! Letzteres muss aber nicht der Fall sein! Dies ist im Prinzip nur notwendig, wenn eine große Anzahl an Datensätzen vor der Verarbeitung durch einen XML-Prozessor egal welcher Art (z.B. auch Indesign) vorab auf Korrektheit getestet werden soll.

Siehe dazu auch: Wohlgeformtes XML? Valides XML? Wo sind die Unterschiede?

Erklären Sie Sinn und Zweck einer DTD/Document Type Definition. Nennen Sie dazu Beispiele.

  • Eine DTD legt das Regelwerk für ein XML-Dokument fest.
  • Nur mit einer DTD lässt sich das XML-Dokument auf Korrektheit (Validität) überprüfen.
  • Per Validierung lassen sich Fehler in einem XML-Dokument feststellen, bevor die Daten in ein Programm wie z.B. Indesign importiert werden und dort ggf. ohne Fehlermeldung (fehlerhaft) verarbeitet werden (und Indesign ohne Meldung die Bearbeitung beendet).
  • Zum Beispiel wird darin definiert welche Tags, Attribute und Attributwerte verwendet werden können bzw. müssen.
  • Für Tags können so zum Beispiel auch optionale (können verwendet werden) als auch obligatorische (müssen verwendet werden) Attribute und deren mögliche Attributwerte definiert werden.
  • In der DTD kann festgelegt werden, welche Kind-Elemente ein Tag hat bzw. haben darf, wie oft sie im Elternelement vorkommen müssen bzw. dürfen und in welcher Reihenfolge dies der Fall ist.

Nennen und erklären Sie <x> Vorteile von XML

  • Kein spezieller Editor notwendig, kann mit jedem Texteditor bearbeitet werden, der von jedem System mit installiert wird.
  • Kostengünstig aus oben genanntem Grund. Keine speziellen Lizenzen für Programme notwendig.
    Randbemerkung: Selbst das Dateiformat selbst ist lizenzfrei.
  • Formatneutral. Es werden keine Formatierungen (Fettdruck o.ä.) direkt auf die Elemente angewendet. Wie die Tags vom auswertenden Programm formatiert werden, ist eine Frage der angewendeten Formatvorlagen oder des angewendeten XSL (eXtensible Stylesheet Language).
  • Vergleicht man unterschiedliche Programmier-, Skript und Metasprachen, so ist XML im Vergleich sehr leicht erlernbar.
  • Offener Standard, der hervorragend (und das auch noch in allen möglichen Sprachen) dokumentiert ist.
  • Programmübergreifend verwendbar – es gibt unzählige Programme, mit denen XML a.) erstellt, in denen XML b.) verwendet und c.) mit denen es verarbeitet werden kann.
  • „Industriestandard“ für formatneutralen Datenaustausch zwischen beliebigen Systemen.
  • Kann einfach validiert werden, damit die spätere problemlose Weiterverarbeitung (z.B. durch Indesign) sichergestellt werden kann.

Taggen Sie folgenden Datensatz für die Weiterverarbeitung in einem Programm wie z.B. InDesign

Herr Professor Dr. Otto Normal
Musterstraße 4
12345 Musterstadt
NRW – Deutschland

Mobil: +49 176 1234567
Festnetz: +49 221 1234567

Für diese Antwort gibt es nicht DIE Lösung. Da jedem aber freisteht, XML so zu notieren, wie er/sie es für sinnvoll erachtet, gibt es nur richtige und falsche Lösungen ;)

Erst wenn eine DTD angewendet wird, ergeben sich weniger Interpretationsspielräume, welche Tags in welcher Reihenfolge und mit welchen Attributen verwendet werden können bzw. dürfen!

Beachten Sie bitte: Bei der Aufgabenstellung gilt es den vorliegenden Datensatz zu taggen. Also auch inklusive der Präfixes „Mobil“ und „Festnetz“. Dies ist natürlich absoluter Unfug – aber im Rahmen der Aufgabenstellung leider unumgänglich. Normalerweise würde man diesen festen Text oder ein Icon oder für die Ausgabe in einer anderen Sprache über das Template festlegen.

Mit dem oben genannten Workaround erfüllen wir aber die Aufgabe zu 100%, da wir wirklich jeglichen Text erfassen und haben außerdem die Möglichkeit, diesen Text zu ignorieren und stattdessen via Template ein Icon oder einen (anderen) Text festzulegen!

Finden Sie <x> Fehler in folgendem XML-Dokument

Um die Lösung zu finden, wäre es hilfreich, wenn Sie die syntaktischen Regeln von XML beherrschen würden.

Bevor Sie sich die Lösung mit Hinweisen anschauen, versuchen Sie bitte, die Fehler zur Selbstkontrolle möglichst selbständig zu finden!

Anbei die gleiche Datei mit Anmerkungen zu den Fehlern:

Und abschließend die Lösung, wie die Datei wohlgeformt aussehen würde:

Thomas A. Reinert
Freelancer, MediaDesign, CEO TARThemes.com bei TAR MediaDesign
Thomas ist (hauptsächlich) Frontend-Entwickler auf Basis von HTML5, CSS3 und jQuery. Nach insgesamt 35 Jahren Programmiererfahrung, 20 davon als Webentwickler und knapp 10 Jahren Wordpress hat er einen guten Einblick in das Backend, die Theme- sowie Plugin-Programmierung und individuelle Anpassungen an die jeweiligen Projektvoraussetzungen. Zusätzlich unterrichtet er als freier Dozent in der Berufsbildung und ist seit 2013 im Prüfungsausschuss der IHK Köln für "Mediengestalter Digital und Print, Fachrichtung Digital" tätig.

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