Abschlussprüfung Mediengestalter Sommer 2013, Medienproduktion, Alle Fachrichtungen: U8 – SQL

RDBMS und SQL Queries

Was ist ein DBMS und welche Funktionen erfüllt es ?

Ein Datenbankmanagementsystem (DBMS) oder auch seltener Datenbankverwaltungssystem (DBVS) genannt, verwaltet im Allgemeinen eine Datenbank mit einer Sammlung von Daten, die miteinander in Beziehung stehen. Über Datenbanken werden Aufträge, Kunden- adressen, Bilder oder Archivinformationen verwaltet. Dazu werden spezifische Informationen in Tabellen zusammengefaßt, die wiederum aus einzelnen Feldern (vertikal) bestehen.
Jeden einzelnen Eintrag in einer solchen Tabelle (horizontal) bezeichnet man letztendlich als Datensatz oder auch Record.

Also beinhaltet eine Tabelle für Aufträge z.B. die Felder „Kundennummer“, „Auftragsdatum“, „Bestellzeichen“, usw., die Tabelle Kundenadressen enthält die Felder „Kundennummer“, „Name“, „Straße“, usw.

Die Datenbank selbst ist dabei einzig und allein die gespeicherte Datei. Dies kann im Prinzip eine einfache Textdatei sein (beispielsweise im CSV-Format, „Comma Separated Values“), eine XML- oder eine Access-Datei.

Erst das Programm, das DBMS, erlaubt die logische Verwaltung der Daten und kann
einzelne Datenbanken und Tabellen miteinander in Beziehung setzen und korrekte Werte bei der Eingabe fordern.

RDBMS nennt man ein DBMS, über das relationale Beziehungen unterschiedlicher Tabellen realisiert werden können. Im Beispiel oben wäre die die Verknüpfung der Auftrags- mit der Kundentabelle. Diese logischen Verknüpfungen einzelner Tabellen (Bsp: Kunde -> Bestellung -> Produkte) nennt man auch „Ansichten auf das Datenbankschema“.

Bekannte relationale Datenbankmanagementsysteme sind z.B. MS Access, OpenOffice
Base, Filemaker, Oracle und alle SQL-Derivate wie z.B: Postgresql, MySQL und MS SQL.

Anforderungen an ein DBMS

Anforderungen an ein DBMS bestehen hauptsächlich in Hinsicht auf Strukturierbarkeit und Integrität der Inhalte. Hochlastsysteme legen dabei natürlich noch speziell wert auf Lastverteilung, Verknüpfung mehrerer Server zu einem Datenbank-Cluster und einer besonders schnellen Bearbeitung sowie einem sehr hohen Limit an maximalen Datensätzen.

Die Datenintegrität und deren Sicherheit im Allgemeinen haben dabei oberste Priorität.
Davon abgesehen gelten für moderne DBMS folgende Anforderungen:

  • DBMS organisiert Mehrbenutzerbetrieb unter Verwendung von Zugriffsrechten
  • Koordinierung von Zugriffen
  • Maßnahmen zur Unterstützung der Datenkonsistenz / Integrität
  • Das DBS erlaubt die Verwaltung von strukturierten Daten
  • Die Strukturierung selbst ist Aufgabe der Datenmodellierung, es entsteht das Schema, in dem die Daten vorliegen.
  • Die interne Speicherung (internes Schema, Datenbank) ist zweitrangig und wird vom DBMS gesteuert.
  • Für Anwendungssysteme lassen sich Sichten auf das Schema definieren, die ebenfalls vom DBMS umgesetzt werden.
  • Das System soll durch eine geeignete zentrale Struktur Doppelspeicherungen (Redundanzen) vermeiden.
  • Das DBS erlaubt die logische Trennung von Anwendungsprogramm und Datenspeicher.
  • Ein DBS überwacht aktiv Regeln zur Gewährleistung der Datenintegrität.
  • Es lehnt falsche Verweise auf Daten ab (Referenzielle Integrität).
  • Es achtet auf korrekte Wertebereiche (z.B. mit Prüfsummenbildung bei Kontonummern, Datum etc).

SQL

SQL bedeutet Structured Query Language, also frei übersetzt „Strukturierte Ab-/Anfrage Sprache“. Diese Datenbanksprache erlaubt die Definition, Abfrage und Manipulation von Daten innerhalb einer Datenbank. Zusätzlich können damit – entsprechende Nutzerrechte vorausgesetzt – sogar administrative Aufgaben erledigt werden.

Insbesondere letztere sind aber mit absoluter Vorsicht zu genießen, denn ohne weitere Rückfrage kann ohne die Möglichkeit einer einfachen Wiederherstellung eine komplette Datenbank inklusive aller Datensätze und Tabellen gelöscht werden.

Die folgende Anweisung löscht z.B. die komplette Datenbank „Beispiel“:

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DROP DATABASE "Beispiel"

Weitere Links und Informationsquellen:

Thomas A. Reinert
Freelancer, MediaDesign, CEO TARThemes.com bei TAR MediaDesign
Thomas ist (hauptsächlich) Frontend-Entwickler auf Basis von HTML5, CSS3 und jQuery. Nach insgesamt 35 Jahren Programmiererfahrung, 20 davon als Webentwickler und knapp 10 Jahren Wordpress hat er einen guten Einblick in das Backend, die Theme- sowie Plugin-Programmierung und individuelle Anpassungen an die jeweiligen Projektvoraussetzungen. Zusätzlich unterrichtet er als freier Dozent in der Berufsbildung und ist seit 2013 im Prüfungsausschuss der IHK Köln für "Mediengestalter Digital und Print, Fachrichtung Digital" tätig.

4 Kommentare zu “Abschlussprüfung Mediengestalter Sommer 2013, Medienproduktion, Alle Fachrichtungen: U8 – SQL

  1. Judith sagt:

    Hallo Thomas,
    du hast einen kleinen Buchstabendreher eingebaut: CVS-Format, „Comma Separated Values“.
    Ansonsten bin ich noch sehr gespannt auf deine weiteren Artikel. Toll, dass du dir die Mühe machst! Vielen Dank dafür.

    Viele Grüße
    Judith

    1. Öhm, ja.. Sorry! Ich lasse normalerweise jeden Artikel mindestens 2x gegenlesen, ist aber niemandem aufgefallen.. :/
      CSV steht natürlich auch – wie Du bereits richtig sagst – für Comma Separated Values. Wobei das „Comma“ in dem Fall eigentlich jedes frei definierte Stoppzeichen sein kann, das im Content nicht vorkommt. Dbzgl. mögen andere Zeichen („|“, „TAB“, „;“) oder andere eher Sinn machen..

      PS: Der Fehler ist mittlerweile korrigiert..

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